„I feel so blessed!“

… sind die vorläufig letzten Worte meiner Klientin in unserem Chat während der Proben zu „Westside Story“ im November 2013 an der Komischen Oper in Berlin.

Klar fiebre ich immer mit, wenn einer meiner Klienten sich einer Herausforderung stellt. Diesmal ist es trotzdem anders. Diese Klientin hat sich diesen Job sowas von verdient und erarbeitet und am Ende auch noch nach Hause geholt! Das Gefühl ist eher Ehrfurcht, als Aufregung. Und vom Moment der ersten Probe an, war ich zweifelsfrei sicher, dass es großartig wird,weil sie so gründlich aufgeräumt hatte bei sich.

Schauspieler bekommen oft über einen langen Zeitraum weder Anerkennung noch Wertschätzung für ihre Leistung. Und das zehrt dann an ihrem Selbstwertgefühl, was wiederum die tief liegenden Minderwertigkeitsgefühle nährt (von denen jeder Mensch welche in sich schlummern hat) und das produziert dann irgendwann das nächste Scheitern. Sehr oft ist das eine schwer zu stoppende Abwärtsspirale.

Diese Klientin hatte es genau so erwischt, wie viele andere auch. Nicht mal Hollywoodgrößen sind davor gefeit mit dem „Leerlauf“ und der Zurückweisung umgehen zu müssen. Und in der langen Zeit, in der ich diese Klientin – mal mehr, mal seltener – begleitet habe, hat sie ALLES getan, was man tun kann. Sie hat sich ihren persönlichen USP, alle nötigen Marketingstrategien und jede Menge Selbstmarketingtools erarbeitet und sich zu eigen gemacht. Sie hat sich handfest dem Leben gestellt, in dem sie gejobbt hat und für ihr Überleben gesorgt hat. Und immer blieb sie dran an den Punkten, die ihr weh taten, um heraus zu finden, was sie hindert…

Während einem „MyStorytelling Workshop“ bei mir in Hamburg war es ihr am zweiten Tag nicht mehr möglich, ihren Werdegang flüssig zu erzählen. Alles stockte und sie war verzweifelt. Und sie hat sich dem gestellt, was sich da Bahn gebrochen hatte in ihr, um dann am Ende mit neuer Lust und neuem Fluss ihre Geschichte zu erzählen. Wir hatten Spaß!

Offenbar hatten dies auch die Entscheider bei den auditions, zu denen sie anschließend ging. Ich bekam nur noch Jubelmails, und sie bekam wieder ein Angebot.
Als ihr dann bewusst wurde, dass für IHR Lieblingsstück am Theater des Jahres 2013 gerade die Proben begannen, hat sie ohne zu Zögern dort angerufen und „kackfrech“ gefragt, ob ihre Lieblingsrolle schon besetzt sei…

Das Ende der Geschichte war: Sie bekam die Chance in einer audition zu zeigen, was sie kann und hat IHRE Rolle bekommen. UND sie erfuhr die Wertschätzung nach der sie so lange gedürstet hat im alltäglichen Umgang bei den Proben, unter den Kollegen und durch die Inszenierung.

„I feel so BLESSED !“ waren ihre Worte am Morgen nach der erfolgreichen und gefeierten Premiere. Und sie wird die Rolle wohl die kommenden Jahre spielen.

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4 Gedanken zu “„I feel so blessed!“

  1. Ist das eine wundervolle Geschichte! Danke für das Teilen, Anna 🙂

  2. Nora: Word! I concur! :))

    Genau – Danke, Anna, für das Teilen…!

    Und für das Mitfiebern… Begleiten… Beistehen… Inspirieren… Den-Weg-Leuchten…
    und für Füssewiederaufdenbodenstellen – und dann Beflügeln…
    Anna, you rock! Always! 🙂
    xo

  3. […] -> Erfolgsstories – Feeling blessed […]

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